Der Nike React Infinity Run im Test: Meine Erfahrung mit dem leichten Tempo-Laufschuh

Das React Infinity-Modell war eines von 14 Nike-Laufschuhen, das ich bestellt und getestet habe (Link). Insgesamt habe ich mich in den vergangenen Wochen und Monaten über 80 Laufschuhen gewidmet, sodass ich in diesem Beitrag nicht nur meine Erfahrung mit dem Nike React Infinity Run schildern möchte, sondern diesen auch in Vergleiche mit anderen Modellen einbinden werde. So bekommst Du einen differenzierten Blick auf diesen Laufschuh und kannst auf Grundlage dessen entscheiden, ob dieser dir und deinen Ansprüchen gerecht wird.

Der erste Eindruck und einige Besonderheiten 

Das Modell wirkt bereits optisch extrem dynamisch – Hier hat Nike zweifelsfrei ein interessantes Produkt geschaffen, wobei ich ihm nach meinen Lauftests leider einige Abzugspunkte geben muss. Doch dazu gleich gesondert ein paar Worte. Zunächst zu den grundlegenden Eigenschaften des Modells:

Der Infinity Run-Laufschuh kommt mit einem “sockigen” Flyknit-Obermaterial daher, dass ich zuvor auch schon im Epic React 2 testen durfte (Link) und das mir bereits dort sehr gut gefallen hat. Es schmiegt sich fest um den Fußrücken und bietet so ein gutes Maß an Kontrolle. Diese wird besonders bei schnellen Läufen wichtig, da wir bei hohem Tempo keinen unnötigen Kontrollverlust erleben möchten – Alleine wegen eines lasch sitzenden Obermaterial steigt die Verletzungsgefahr beim Laufen, da wir nun plötzlich wesentlich leichter wegknicken können. Um die Wichtigkeit eines guten und hochwertigen Obermaterial musste ich durch meine Laufschuh-Tests leider selbst erfahren….Hier erfüllt Nike mit dem leichten “Socken-Obermaterial” einen guten Job!

Der Bereich rund um die Ferse erschien mir vor meinen Lauftests als recht lasch, da ich es von all den anderen Laufschuh-Modellen bereits gewohnt war zu sehen, dass diese im Fersenbereich stets Extra-Verstärkungen besitzen. Der “React Infinity Run” kommt hier relativ lasch daher und bietet nur minimal mehr Halt  durch ein Overlay, dass der Hersteller hier angebracht hat. Wieso sich die Fersenkappe dennoch gut bewährt hat, dazu gleich mehr.

Zunächst noch etwas zum Herzstück dieses Schuhs, nämlich der Dämpfung.

Die Dämpfung im Infinity Run: Ist der Hype gerechtfertigt ?

Die Dämpfung verleiht einem Laufschuh seine Einzigartigkeit und entscheidet zumeist hauptsächlich darüber, wie gut / kontrolliert / weich / antriebsstark etc. dieser ausfällt. Die Obermaterialien und der Rest des Schuhs dienen dann dem Komfort und der Kontrolle, sodass der Läufer sich im Schuh selbst wohlfühlt.

Beim “React Infinity Run” war ich auf dessen Dämpfung besonders gespannt, da der Hersteller hier bereits seit Wochen massiv Werbung betreibt und ich durch all die Tests bereits einiges an den Füßen gehabt habe. Im Bereich der weichen Dämpfungen hat Asics beispielsweise mit dem Novablast ein Produkt geschaffen, dass ich so auch noch nicht gesehen habe. (Link) Und auch Adidas mischt seit Jahren mit der Boost-Sohle mit, wobei diese im Laufe der Zeit ein wenig in den Hintergrund gerückt ist – Hochwertig und Komfortabel bleibt sie trotzdem!

Nun aber zum “React Infinity Run”: Die Dämpfung in diesem Schuh fällt deutlich explosiver aus als im Nike Epic React 2 – Vor allem im Vorfuß-Laufstil wirkt die Dämpfung extrem antriebsstark. Mir hat das Beschleunigen auf Asphalt unglaublich gut gefallen! 

Erwähnen möchte ich hierbei den etwas breiteren Vorfußbereich des Modells – Hier hat Nike durch ein wenig mehr Platz dafür gesorgt, dass insbesondere der Vorfuß-Laufstil, der nun mal bei jedem von uns Thema wird, wenn es um Tempo und Geschwindigkeit geht, richtig gut funktioniert. 

Einige Abzugspunkte möchte ich dem Modell aber für seinen Mittelfußbereich geben – Ich habe das Gefühl, dass der Hersteller hier alles, was er dem Vorfußbereich an “Extra” gegeben hat aus dem Mittelfußbereich des Modells gezogen hat… Bedeutet im Klartext: Der Mittelfußbereich fällt extrem schmal aus. Ich habe nicht einmal besonders breite Füße und hatte trotzdem spürbar die Erhebungen auf der Innenseite des Schuhs unter meiner Fußsohle. Das hat bei den ersten Läufen extrem irritiert. Nach einigen Einheiten gewöhnt man sich dann aber dran… So war es zumindest bei mir. Dennoch der Hinweis an dieser Stelle: Für breite Füße kann das Modell alleine wegen dieses Bereichs einige Probleme bereiten. 

  • Breiten Füßen habe ich zudem bereits einen gesonderten Beitrag gewidmet, in dem ich auf meine breiten Laufschuh-Favoriten aus all den Tests eingehe und diese miteinander vergleiche.

Dasselbe Problem mit dem zu engen Mittelfußbereich hatte ich bereits beim nagelneuen Adidas SL 20 (Link), der allerdings für völlig andere Einsatzzwecke konzipiert wurde.

Zurück zum “Infinity React”-Modell: Was mir ebenfalls gut gefallen hat, ist der Grip des Schuhs. Dieser wirkt sowohl unter der Ferse, wie auch unter dem Vorfuß absolut verlässlich.

Mein Fazit zum Infinity React: Wer sollte sich das Modell kaufen ? 

Das Modell überzeugt in erster Linie durch die gelungene Dämpfung, die besonders im Vorfußbereich explosiv und antriebsstark wirkt. Durch den relativ schmalen Mittelfußbereich, empfiehlt es sich allerdings primär für Menschen mit schmaleren bis maximal “standard-breiten” Füßen. 

Wer sich also einen hochwertigen Laufschuh mit starker Dämpfung zulegen möchte, dem empfehle ich den Infinity React mal auszuprobieren.

Seine primären Einsatzbereiche sind: Lange Läufe, Tempoläufe und Einheiten auf Asphalt, da hier die Dämpfung am besten zum Einsatz kommt.

Wer gerne mehr Stabilität und Komfort an die Füße haben möchte, dafür jedoch auch ein wenig mehr Gewicht in Kauf nimmt, dem empfehle ich meinen Testbericht zum neuen Nike Miler React Modell. Dieses fällt breiter aus, bietet im Fersenbereich weichere Polsterungen und unterstützt die Füße durch den hohen Komfort und die verbesserte Stabilität vor allem auf langen Läufen. Im Miler React werden solche Tempoläufe wie im Infinity React jedoch kaum möglich sein – Hier kann man also für sich entscheiden, was einem am wichtigsten ist und für welche Einsatzzwecke das jeweilige Modell genutzt werden soll.

  • Hier findest Du meinen Testbericht zum Nike Miler React (Link)

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Nicht nur unsere langjährige Freundschaft verbindet uns, sondern auch unsere Liebe zum Laufen - weswegen wir diesen Blog "Laufliebe.org" gemeinsam ins Leben gerufen haben.

Auf diesem Blog testen wir regelmäßig Lauf-Ausrüstung und geben dir Tipps & Tricks rund um den Laufsport.